Hypnoseblog Ute Neehoff

Blog zur Hypnosepraxis Neehoff 

Bertolt-Brecht-Allee 24 • 01309 Dresden • Tel. 0351 - 2 15 95 15

Hypnoseblog

Sie haben schon viel probiert?

Sie wollen ein Problem loswerden? Jetzt hoffen Sie auf Hypnose?

Sie haben einiges ausprobiert und sind enttäuscht worden. Sie lesen, weil Sie denken, dass es hier die Lösung gibt. Gönnen Sie sich einen kurzen Moment, in sich reinzuhören, bis es so weit ist.

Wenn jemand anders Ihr Problem löst

  • Macht Sie das schwächer oder stärker?
  • Macht es Sie freier und unabhängiger?
  • Stärkt es oder schwächt es Ihr Selbstbewusstsein?
  • Reifen, wachsen Sie dabei als Persönlichkeit?
  • Fühlen Sie sich dabei als Gestalter Ihres Lebens oder als „Befehlsempfänger“, dem andere sagen, wo es lang geht?
  • Sie geben bereitwillig Ihre Autonomie auf? Dann klicken Sie besser weg und verzichten auf die Lösung. Wenn Sie es satt haben, sich von Ihrem "inneren Kind" durchs Leben schubsen zu lassen, dann erlauben Sie sich einen kurzen Ausflug in die Transaktionsanalyse, denn

 

„… irgendwie und irgendwann müssen wir den unaufhaltsamen Marsch der Generationen in den Irrsinn oder in andere Formen der Selbstzerstörung, die ihren Ursprung in der Kindheit haben, doch zum Stillstand bringen.“ (Thomas A. Harris in seinem Buch „Ich bin OK, du bist OK“)

Wenn wir uns unser Gehirn als Festplatte vorstellen, befinden sich darauf Aufzeichnungen, die gemäß Transaktionsanalyse zu 3 unterschiedlichen Kategorien gehören. Diese Aufzeichnungen werden abgespielt, wenn die äußere Situation der Situation entspricht, die zum Zeitpunkt der Aufzeichnung bestand. Etwas wird "getriggert".

Kategorie 1: Das Eltern-Ich spiegelt Ihr anerzogenes Lebenskonzept wieder.

Ihr Eltern-Ich hat frühe Aufzeichnungen Ihrer tatsächlichen kindlichen Umwelt gespeichert. Es sagt Ihnen, was Sie MÜSSEN. Dieses Konzept ist nicht unbedingt identisch mit dem, was Ihre Eltern tatsächlich taten und meinten, sondern mit dem, was Ihrer ANNAHME darüber entsprach.

Diese Aufzeichnungen sind veraltet und häufig selbstgerecht. Sie sind besonders stark vertreten während des „inneren Dialogs“.

Das Eltern-Ich stellt die Realität verzerrt da, denn die Aufzeichnungen stammen aus einer Zeit kindlicher Abhängigkeit, einer Abhängigkeit, die es so nicht mehr gibt.

Indizien

Beobachten Sie automatische Reaktionen, zu erkennen an:

  • Wörtern/Formulierungen wie „immer, nie, sollte, müsste, die verhindern, dass neue Informationen aufgenommen werden
  • Wertungen über andere Menschen, eingefleischte Vorurteile wie „dumm, böse“, etc.
  • einer strengen, starren Mimik
  • bestimmten Gesten wie dem erhobenen Zeigefinger

Kategorie 2: Das Kindheits-Ich spiegelt Ihr gefühltes Lebenskonzept wieder.

Ihr Kindheits-Ich hat vor allem frühe Aufzeichnungen innerer Zustände und Gefühle gespeichert, die Reaktionen darstellten auf das, was Ihre Eltern sagten und taten.

Unterschieden werden 2 Teile:

Das natürliche Kindheits-Ich ist kreativ, spontan, neugierig, bewusst, furchtlos. Es ist wertvoll, wenn es genügend Freiraum erhält.

Das anpassungsfähige Kindheits-Ich hat sich angepasst an die ursprünglichen Forderungen des Eltern-Ichs. Es ist problematisch, wenn es ängstlich, gehemmt, egozentrisch ist.

Indizien

  • Wörter/Formulierungen wie: „Ich will (aber)…Mir doch egal.“
  • Superlative: größer, besser
  • Gemütsbewegungen: Tränen, zitternde Lippen, betteln, schmollen, Wutanfälle, lachen…
  • Gestik: Nägelkauen, Hand heben, wenn man etwas sagen möchte

Kategorie 3: Das Erwachsenen-Ich spiegelt Ihr gedachtes Lebenskonzept mit eigenen Erklärungen wieder.

Die Aufzeichnungen beginnen mit der Phase der eigenen Fortbewegung mit etwa 10 Monaten. Hierzu gehören Entscheidungen, Wahrscheinlichkeitsabschätzungen wie der REALITÄTSCHECK und die ÜBERPRÜFUNG DES ELTERN-ICHS. Vorhandene Aufzeichnungen werden aktualisiert. Das Erwachsenen-Ich fördert die Sicherheit des Kindheits-Ichs, wenn sich die Informationen des Eltern-Ichs als zuverlässig erweisen.

Das Erwachsenen-Ich ermöglicht eigene Handlungen unter Berücksichtigung von Konsequenzen. Es hat Durchhaltevermögen, ist verantwortungsbewusst und frei im Sinn von „Ich weiß, was ich tue und übernehme die Verantwortung für mein Tun.“ Es lebt in der Gegenwart. Es ist in der Lage, gut für die „inneren Kinder“ zu sorgen und ihnen einen angemessenen und sicheren Platz zuzuweisen. Wie das geht, erlebt man während der systemischen Hypnose.

Indizien

  • „W“-Fragen: warum, wo, wann, wie, was, wer
  • Formulierungen wie: „Ich denke, ich glaube, ich finde, ich meine, meiner Meinung nach…“
  • Mimik/Gestik: offene, dem Gesprächspartner zugewandte Art
  • Man gestattet dem eigenen neugierigen Kindheits-Ich, sein Gesicht zu zeigen.
  • Unterschied zum Eltern-Ich: Es werden keine unumstößlichen Wahrheiten deklariert, sondern eigene Meinungen.

 

In der Transaktionsanalyse wird die Balance zwischen allen drei Bereichen angestrebt.

Beispiel

frühe Aufzeichnung: Ein dreijähriges Kind fällt, ruiniert seine neuen Sachen. Das Kind verspürt Schmerz. Das Kind wird ausgeschimpft.

Reaktivierung: Der erwachsene Mensch rennt, um den abfahrenden Bus zu schaffen und denkt noch: „Pass auf, dort ist eine Kante, stolpere nicht.“ Er fällt, der Bus ist weg, er fühlt sich unzulänglich, tölpelhaft.

mögliche Ursache und innerer Dialog:

Eltern-Ich:  „Ungeschick lässt grüßen. Habe ich Dich nicht gewarnt? Kannst Du nicht besser aufpassen.“

Kindheits-Ich: „Ja, aber, ich wollte doch…“ mit weinerlicher Stimmung.

Im Idealfall greift jetzt das Erwachsenen-Ich ein und nimmt den Realitäts-Check vor: „OK, ich bin gestolpert, das kann passieren, ist aber noch lange kein Grund, mich zu beschimpfen und mies zu fühlen. Der Bus ist abgefahren, das lässt sich nicht ändern. In 10 Minuten kommt der nächste. Demnächst gehe ich eher los.“ Und der Zwischenfall ist kurz darauf vergessen.

Es gilt, Überkreuz-Transaktionen zu vermeiden, da diese unweigerlich zum Konflikt führen. Die Transaktionen zwischen verschiedenen Ich-Anteilen erfolgen meist unter völliger Abwesenheit des Erwachsenen-Ichs.

Beispiel

Patient, den Tränen nahe (Kindheits-Ich): „Nichts hilft. Machen Sie doch endlich was.“

Arzt, mit unbewegter Miene (Eltern-Ich): „Ich weiß gar nicht, was Sie wollen. Sie bekommen Physiotherapie, haben Tabletten für den Notfall. Woanders wäre das gar kein Fall für einen Arztbesuch.“

Ich bin sicher, Ihnen fallen jede Menge Beispiele ein, besonders wenn Sie an Ihre Partnerschaft denken. Kaum jemand versteht es besser, „Knöpfe zu drücken“, die uns gefühlsmäßig in alte Zeiten versetzen.

Der Ausweg: Aufbau eines starken Erwachsenen-Ichs, denn

Sie erinnern sich: „… irgendwie und irgendwann müssen wir den unaufhaltsamen Marsch der Generationen in den Irrsinn oder in andere Formen der Selbstzerstörung, die ihren Ursprung in der Kindheit haben, doch zum Stillstand bringen.“ (Thomas A. Harris)

Hier die eingangs versprochene Lösung

Sie stärken und emanzipieren Ihr Erwachsenen-Ich durch Erkenntnis.

  • Sie erhöhen Ihre Wachsamkeit gegenüber Signalen aus Eltern- und Kindheits-Ich und schränken dadurch automatische mittlerweile ungültige und nicht überprüfte Reaktionen ein.
  • Sie hören den inneren Dialogs, z.B. bei inneren Anklagen: „Warum schlägt mein Eltern-Ich auf mein Kindheits-Ich ein?“ Damit erreichen Sie eine deutliche Stress-Reduktion in kritischen Situationen.
  • Sie sind aufgeschlossen gegenüber dem Kindheits-Ich anderer Menschen, erkennen deren Wunsch nach Schutz, Anerkennung, kreativem Ausdruck statt es durch hartherzige Aussagen Ihres Eltern-Ichs zu demütigen.
  • Sie bauen ein eigenes Werte-Systems auf.
  • Sie passen Ihre Wahrnehmung an die äußeren Gegebenheiten an. Eine Wahrnehmung, die hinter den Ereignissen zurückbleibt, ist archaisch, d.h. stammt entweder aus dem Eltern-Ich, z.B. wenn wir uns weigern, etwas zu glauben, weil es uns missfällt, oder dem Kindheits-Ich, z.B. wenn wir irrationale Angst empfinden.
  • Sie treffen immer wieder die bewusste Entscheidung: „Ich bin ok, du bist ok.“

 

Das Gefühl „Ich bin NICHT ok" bedeutet, dass Menschen in der Gegenwart eine Situation abrufen, die sie in der Kindheit abgespeichert haben. In der abgerufenen Situation waren sie hilflos und abhängig. Das Kind formt seine eigene Wahrheit aufgrund seiner Abhängigkeit von den Eltern. Wenn das Kind denkt: „Ich bin nicht ok, du bist ok.“ will es diesem „nicht ok sein“ entrinnen, sucht nach Hinweisen, dass es ok ist und kommt zur Schlussfolgerung:

Ich bin ok, wenn… "Wenn“ schafft Orientierung, legt dabei jedoch den Grundstock für mangelndes Selbstvertrauen und Minderwertigkeit.

Als Erwachsene brauchen wir unsere Eltern nicht mehr zum Überleben. Erwachsen sein bedeutet, mit den eigenen Eltern während einer Begegnung auf Augenhöhe zu sein statt innerlich zu schrumpfen und wieder klein zu werden. Das klingt leicht, ist es jedoch oft ganz und gar nicht. Und über so Manche/n bestimmen die Eltern selbst aus dem Grab heraus, wenn sich die erwachsenen Kinder nach deren Vorstellungen richten.

Solange wir für nichts verantwortlich waren, konnten wir nichts tun. Als Erwachsene haben wir die Wahl. Als Erwachsene können wir unsere Zukunft selber bestimmen, unabhängig von dem, was unsere Eltern getan oder vorgelebt haben.

"Ich bin ok, du bist ok" bedeutet eine schöpferische Herausforderung:

  • OK-Menschen treffen die Entscheidung, ok zu sein und tun alles Erforderliche, um sich ok zu fühlen, begeben sich auf Spurensuche zu sich selbst.
  • OK-Menschen kennen nützliche Eltern-Ich-Botschaften und ermuntern sich selber, falls sie diese nicht erhalten haben: „Du kannst Probleme lösen. Du kannst denken. Du kannst etwas tun.“
  • OK-Menschen sehen ihre Eltern-Ich-Maßstäbe im Licht neuer Daten und können sie verändern, erkennen die eigene Verletzlichkeit, sehen schmerzliche Situationen vorher und meiden sie. Sie können neue Gefühle etablieren durch neues Tun, denn Gefühle sind stets die Folge – nicht die Voraussetzung – einer Handlung.
  • OK-Menschen leben in der Gegenwart, wissen, dass sie diese gestalten können. Sie wissen, dass sie die Vergangenheit nicht verändern können, doch sie können den Umgang damit verändern und verändern damit die Wirkung der Vergangenheit auf die Gegenwart.
  • OK-Menschen denken, bevor sie reagieren – immer öfter.
  • OK-Menschen lassen sich helfen, holen Informationen und Expertenwissen ein.

 

Sie wollen sich noch nicht ganz von der Hoffnung verabschieden, dass jemand Ihre Probleme weghypnotisiert?

Und ist das nicht verständlich? Man sucht immer wieder nach Lösungen ohne Preis, die möglichst allen gerecht werden. Dahinter steckt das Sehnsuchtsziel, dass sich immer wieder meldet. Und das kennt jeder, besonders in Momenten, wo es schwer wird, eine Krise naht, der Rückfall droht und kurz vor dem Durchbruch. Viele geben kurz vor dem Ziel auf.

Damit alles, was Sie schon getan haben, erlebt haben, nicht umsonst gewesen ist:

Würdigen Sie das Sehnsuchtsziel, wenn es auftaucht: „Ach ja, wäre es nicht schön, wenn es ginge.“ Und dann lassen Sie sich wieder führen von der Instanz, die weiß: „Doch das ist nicht zu erreichen. Es geht nicht. Und ja, das ist blöd.“ Und dann fragen Sie: „Und was geht?“ Sie prüfen, was unter den aktuellen Umständen geht, holen sich Unterstützung, legen eine Verschnaufpause ein, rekapitulieren, was Sie erreicht haben und gehen in „Mikro-Mäuse-Schritten“ weiter statt aufzugeben. Sie wissen, Ambivalenz gehört dazu, es gibt kein Hop oder Top.

Wie würde sich das auswirken? Wohl möglich kommt doch noch das ersehnte Wunder, doch anders als gedacht, in Form eines „Kooperations-flows“. Das ist das Gegenteil von der Opferrolle, in der man feststeckt, wenn man hofft, dass jemand, eine Methode, etc. das Problem löst. Und wenn Sie zwischendurch abdriften in die Opferrolle, dann erinnern Sie sich: "Aha, das Sehnsuchtsziel..." und pflanzen Zieldienlicheres in Ihr Unterbewusstsein, aktualisieren die Festplatte. Darum geht es bei einer Hypnose-Sitzung - um ein "update."

Was immer funktioniert, weil Sie das erforderliche Hilfsmittel immer dabei haben :)

Werbewirksamer hieße es: Abnehmen leicht gemacht

Das „Hilfsmittel“, das ich meine, ist Ihr Körper. Ohne Ihren Körper hätten Sie keine Symptome, die Sie als Problem definieren könnten. Anders betrachtet ist Ihr Körper ein wertvolles Instrument, das Ihnen permanent Feedback liefert. Ihr Körper informiert Sie (z.B. über unbeachtete Bedürfnisse).

Um körperliche Probleme zu beheben, brauchen Sie nichts weiter ;) tun als adäquat zu reagieren. Wer gelernt hat, die Botschaft zu beachten, zu entschlüsseln, zu reagieren, löst nach meiner Erfahrung seine Probleme. Hat man das nicht gelernt, wird meist versucht, das Feedback des Körpers mittels Symptombekämpfung zu unterbinden.

Die Möglichkeiten in unserer Welt sind enorm. Es gibt viele Mittel und Wege, auch für die Menschen, die keine Lust haben, sich mit Krankheiten und Symptomen auseinanderzusetzen. Wenn das gerade für Sie zutrifft, hier bekommen Sie einen Einblick ins Meer der Möglichkeiten.

Es gibt unzählige einfache Hilfsmittel, derer wir uns im Alltag bedienen können. Viele davon kennen wir oder haben schon mal davon gehört. Die Pointe: nur wenige Menschen machen davon Gebrauch. Anders sind die Flut von Ratgeberbüchern und deren stetig steigender Umsatz nicht zu erklären.

Eine von vielen Möglichkeiten, wie Sie Ihren Körper nutzen können, um Ihr Verhalten zu beeinflussen

Das Handflächenparadigma

Indem Sie Ihre Handflächen wie zum Wasserschöpfen nach oben halten, wobei sie ein Stück voneinander entfernt sein können, aktivieren Sie Zuwendungstendenzen.

Auf unbewusster Ebene wissen Sie das längst. Beobachten Sie Menschen, die mit Kindern spielen. Wenn ein kleines Kind auf einen Erwachsenen zuläuft, strecken die meisten Menschen die Arme nach vorn aus – mit den Handflächen nach oben.

Das können Sie testen. Legen Sie während eines Gesprächs die nach oben geöffneten Handflächen in den Schoß, auf den Tisch, wie es gerade passt, eventuell unbemerkt für Ihren Gesprächspartner. Es vereinfacht die Kommunikation (auch und besonders in schwierigen Situationen). Wenn Sie jemand sind, der reflexartig „dicht macht“, kennen Sie sicher die ungünstigen Auswirkungen dieses Verhaltens. Aktivieren Sie stattdessen Zuwendungstendenzen.

Indem Sie die Handflächen nach vorn und nach außen oder nach unten richten, aktivieren Sie Abwehrtendenzen. Beobachten Sie Menschen im destruktiven Streitgespräch oder Menschen, die etwas schildern, was Sie ablehnen. Mit ziemlicher Sicherheit werden Sie entsprechende Gesten beobachten können.

Sie können unbewusste Gesten bewusst nutzbringend für sich einsetzen und damit Ihr Unterbewusstsein als Verbündeten gewinnen, z.B. wenn Sie abnehmen wollen. Aus der Gehirnforschung ist bekannt, dass das Unterbewusstsein schneller reagiert als das Bewusstsein. Deshalb macht es Sinn, dem Unterbewusstsein rechtzeitig zu signalisieren, was man will.

So geht es:

Wie Sie weniger essen

Legen Sie die Handflächen auf den Tisch und drücken nach unten. Wenn jemand etwas anbietet und man möchte eigentlich nicht mehr, reagieren viele Menschen automatisch mit der entsprechenden Geste. Sie richten die Handflächen nach vorn mit den Worten: „Ich habe genug.“ Diesen Menschen gelingt es besser, bei Ihrer Meinung zu bleiben. Und das funktioniert auch, wenn die Einladung, weiter zu essen, von Innen kommt. Wenn Sie allein essen, legen Sie zwischendurch die Handflächen auf den Tisch und drücken als wollten Sie die Tischplatte nach unten drücken.

Dass das funktioniert wurde experimentell nachgewiesen. Es wurden 2 Gruppen verglichen. Eine Gruppe sollte über einen gewissen Zeitraum, in der sie anderweitig beschäftigt war, immer wieder mal wieder mit der Hand auf den Tisch drücken ohne zu wissen, wozu das gut sein soll. Eine andere Gruppe beschäftigte sich ganz normal. Anschließend wurde beiden Gruppen Kekse angeboten. Beide Gruppen waren gleich satt. Mitglieder der Gruppe, die zwischendurch mittels Handbewegung innere Abwehrtendenzen aktiviert hatten, griffen eindeutig seltener zu bei den Keksen. Ist doch toll, oder?

Man kann den Körper auf vielerlei Art und Weise einbinden, um seine Ziele zu erreichen. Das Handflächenparadigma ist ein Beispiel von vielen.

Ich will nicht verschweigen, dass es auch Negativbeispiele gibt. Zu diesem Beitrag angeregt hat mich jemand, der mir von einer negativen Erfahrung berichtet hat. Er hatte einen Gesprächspartner, der ihn während eines längeren Gesprächs die ganze Zeit intensiv anstarrte und damit für Verunsicherung sorgte. So etwas muss man trainieren. Normalerweise sind Menschen nicht in der Lage, jemandem über einen langen Zeitraum in die Augen zu schauen bzw. wollen es auch nicht wegen der genannten Wirkung. Anstarren lässt sich trainieren, wenn man weiß, worauf es ankommt. Doch wozu? Ganz bestimmt nicht, um jemandem auf Augenhöhe zu begegnen.

FAZIT

Manches ist einfacher als man denkt.

Bevor Sie sich zu einer ungeprüften Meinung hinreißen lassen, probieren Sie aus, was Sie gerade gelesen haben. Werden Sie das Handflächenparadigma zu Ihrem Vorteil anwenden? Wenn ja, wie lange?

Wie stellen Sie sicher, dass Sie sich an das Handflächenparadigma erinnern bis Sie es gewohnheitsmäßig anwenden, z.B. um weniger zu essen?

Was hätte es für Auswirkungen auf Ihr Befinden, wenn Sie die in diesem Beitrag gewonnenen Erkenntnisse konsequent nutzen?

Die Alternative: den nächsten Ratgeber kaufen, lesen, weglegen.

 

Woran könnte es liegen, dass Sie darauf verzichten, gewonnene Erkenntnisse nutzbringend einzusetzen? Stehen Sie sich öfter selber im Weg? Würden Sie das gern ändern? Hypnose wäre ein Weg zu tieferer Selbsterkenntnis ;) Wer sein Unterbewusstsein kennt, ist ihm nicht mehr ausgeliefert.

Wenn Sie schon viel unternommen haben, dennoch nicht am Ziel sind...

sind Sie garantiert in guter Gesellschaft, nur findet selten ein offener und ehrlicher Austausch darüber statt. Und Patentrezepte gibt es nach meiner Erfahrung auch nicht. Dennoch bin ich überzeugt, dass es Lösungsmöglichkeiten gibt.

Ausführliche Gedanken zum Thema finden Sie hier.

Selbstcoaching

Was nachhaltig funktioniert

„Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte.

Je öfter du sie denkst und je mehr sie dich emotional berühren oder treffen, desto besser rutschen sie an dem Pförtner, der dein Unterbewusstsein bewacht, vorbei.  Jetzt frage dich: „Was denke ich über mich? Welche Urteile fließen dabei ein? In welchem Ton rede ich mit mir? Welcher Film läuft dabei in meinem Inneren ab? Wie fühle ich mich dadurch?“


Achte auf deine Worte, denn sie werden deine Handlungen.

Viele Worte richtest du unbemerkt an dich selber. Und dabei wählst du öfter als du denkst Worte, die du einem fremden Menschen gegenüber kaum verwenden würdest. Ein Beispiel:  Jemand, der abnehmen will, beim Anblick von Süßem schwach wird, beschimpft sich: „Weichei.“ Stell dir vor, du würdest die Szene beobachten. Wird das „Weichei“ auf dem Weg zur Traumfigur motiviert und ermutigt?

Wenn Abnehmen nicht dein Thema ist, finde Beispiele, die zu dir passen.


Achte auf deine Handlungen, denn sie werden deine Gewohnheiten.

Um bei meinem Beispiel zu bleiben: Das  frustrierte, in die Ecke getriebene „Weichei“ bekämpft den Frust mit bewährten Methoden: weitere Süßigkeiten lindern die Pein, anfangs ab und zu, irgendwann gewohnheitsmäßig.


Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.

Wer sich gewohnheitsmäßig mit „Weichei“ tituliert, installiert auf diese Weise einen gut funktionierenden Erfolgs-Killer, der zuverlässig und folgerichtig für weitere Misserfolgs-Erlebnisse sorgt. Anschließend wird ebenso folgerichtig wieder das Etikett „Weichei“ geklebt.

Übrigens, dem Erfolgs-Killer gebühren Lob und Anerkennung. Schließlich erledigt er seinen Job wie es sich gehört. Er sorgt dafür, dass der als „Weichei“ betitelte seinen Titel verdient.

„Ein willensschwacher Mensch“, lautet irgendwann die Einschätzung eines auf diese Weise geformten Charakters.


Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“

Wer sich so einschätzt und von anderen wahrgenommen wird, hat garantiert ein anderes Schicksal als ein Mensch, der sich Ziele setzt und erreicht.

Wie steht es um Ihren Charakter und Ihr Schicksal?

Falls Sie jetzt das Bedürfnis spüren etwas zu unternehmen, denke ich, dass das fett gedruckte Zitat (wird dem Talmud zugeschrieben) eine brauchbare Anleitung liefert.

Was Religion, Depression und Hypnotherapie miteinander zu tun haben

Religion, womöglich Christentum? Igitt?! Wenn Sie die christliche Kirche der Gegenwart inakzeptabel finden, setze ich gleich noch ein wenig Geschichte oben drauf. Der christliche Bekehrer in unserem Raum war Karl der Große, etwa im Jahr 800. Er hatte Germanen in seinem Heer. Die waren wohl wiederholt unfolgsam, was Karl der Große durch Verordnung des Christentums abstellen wollte. Und so hat er 4000 Sachsen (in Niedersachsen), die sich nicht taufen lassen wollten, töten lassen.  (Quelle: Ernst H. Gombrich: Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser, Kapitel 21 „Ein Eroberer, der auch herrschen kann“).

Karl der Große erließ Gesetze, die das Verehren der alten Götter verboten. Die Nichtbeachtung wurde zuweilen mit dem Tod bestraft, jedoch auch mit Geldstrafen. Wie praktisch. Und so ist das Christentum mit weltlich-pragmatischem Kalkül die Religion der Herrscher in unseren Breiten geworden.

Im mittelalterlichen Italien war der Papst christliches Oberhaupt und gleichzeitig weltlicher Regierungschef. Das christliche Ideal der Bescheidenheit blieb schon damals auf der Strecke. Der Papst hat den pompösen Petersdom in Auftrag gegeben und auch das Bild „Sixtinische Madonna“ (1513, Original hängt in Dresden). Diese und andere Missstände haben Luther im 16. Jh. zur Weißglut getrieben. Und auch heute wird der geistliche Teil von der weltlichen Anmaßung überschattet.

Skandale wie der aktuelle um einen prunkliebenden Bischof stützen dieses Argument. Mehr zu denken gibt mir, dass sich so viele Nicht-Christen darauf stürzen. Denen geht es in der Tiefe weder um die Kirche noch um die moralischen Verfehlungen des Vertreters einer Kirche, der sie gar nicht angehören. Sie nutzen die sich bietende Gelegenheit, um eigene verdrängte Schattenanteile zu projizieren, nach außen zu verlagern. Verdrängung kostet viel Kraft und bedarf ständiger Anstrengung. Und so wird jede sich bietende Gelegenheit genutzt. Um Religion geht es dabei nur am Rand.

Was war vor dem Christentum in unserer Region gebräuchlich? Die untergegangenen alten Religionen waren naturverbunden: Bäume anstelle von Kirchen? Der Kreislauf der Jahreszeiten, der Gestirne… der Kreislauf der Generationen.. das ewige Rad…

Kein Wunder, dass der Gedanke an Wiedergeburt aufkommt. Gelegentlich tauchen Menschen während einer Hypnose-Sitzung in frühere Leben ein. Und manche/r sieht darin die Bestätigung dafür, dass das Christentum ausgedient hat. Dabei kannte auch das Christentum den Reinkarnationsgedanken. Erst 553 nach Christus wurden am Konzil von Konstantinopel der Glaube an Reinkarnation und die Präexistenz der Seele unter Strafe gestellt.

Heute ist es Mode, sich aus verschiedenen Systemen und Religionen rauszusuchen, was (einem) ins Weltbild passt. Sich eine eigene Religion zu bauen mit Distanz zum herrschenden Christentum, ist gängige Praxis, gab es jedoch auch früher. Erinnert sei an Nietzsche: „Also sprach Zarathustra“.

Bei all diesen Überlegungen, Ver- und Beurteilungen, individuellen Interpretationen, etc. bleibt das Wesentliche auf der Strecke. Damit meine ich die Erkenntnis, dass in der Tiefe womöglich mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede darauf warten, entdeckt zu werden – bei den Menschen wie den Religionen. Sich intensiver mit sich und den Dingen in der Welt zu befassen, ist mühsam und erst einmal nicht gefragt in einer schnelllebigen Zeit, in der immer noch beschleunigt wird. Dabei stehen die Zeichen der Zeit längst auf Entschleunigung. Und wer nicht (auf seine innere Stimme) hören will, muss fühlen - spätestens, wenn ihn Depression und Burnout zur Rückbesinnung zwingen.

Dabei könnte dann die Religion helfen, auch zur Vorbeugung, denn bei „religio“ geht es im Kern um „Rückbesinnung“. Das Gegenteil davon wäre, sich blind einem Dogma zu unterwerfen, egal ob religiöser oder anderer Natur. Es gibt viele Möglichkeiten, seine Depressionen zu transformieren oder zu kompensieren, je nach Fokus. Hier zwei berühmte Beispiele. Dem erwähnten Nietzsche gelang die Transformation nicht. Seelisches Leiden fesselte ihn in mittleren Jahren ans Bett und machte ihn für den Rest seines Lebens von Mutter und Schwester abhängig. Der Schriftsteller Hermann Hesse wurde mit seinen Depressionen sehr alt, setzte sich zeitlebens damit auseinander. Dabei interessiert auch er sich für fremde Religionen, studierte die Lebensgeschichte des Buddha und schrieb den Roman „Siddharta“. Und vor allem: er hat auch gelebt, hatte z.B. 3 Ehefrauen ;)

Wenn Sie weder Philosoph noch Dichter sind oder werden wollen, gibt es jede Menge weitere Möglichkeiten, seinen Weg zu finden und zu gehen. Wer den Weg der Transformation verweigert, landet mit und ohne Religion in der Hölle – in der modernen Hölle der Depression. Der Ausweg: den nächsten für die persönliche Entwicklung erforderlichen Schritt machen. Entweder man kennt ihn und geht ihn mit oder ohne Hilfe oder man findet heraus, worum es sich handelt, mit oder ohne Hilfe.

Transformation, was ist damit gemeint? Worum es sehr häufig geht, ist das Erwachsenwerden – ein lebenslanger Prozess, dessen Stagnation von Frust und Depressionen überschattet wird. Was konkret Erwachsenwerden bedeutet, muss jeder für sich herausfinden.

Bei mir in der Praxis geht es dabei ganz oft um die Lösung vom Elternhaus. Vielfach sind es Menschen um die 30, die diesen Schritt noch nicht bewältigt haben und deren Weltbild sie daran hindert. Solange irgendwelche Umstände vorgeschoben werden, die anstehende (schwierige) Entwicklung verweigert wird, bleiben Betroffene passiv und damit in der klassischen Opferrolle stecken. Je länger ein Mensch die Verweigerungshaltung einnimmt, desto schwieriger wird es, den ersten Schritt zu machen. Doch ohne seelisches Wachstum gibt es kein vollwertiges Leben. Wer sich über einen langen Zeitraum nicht entwickelt, vegetiert mehr als dass er lebt.

Ich hatte schon Klienten Ende 50, auf die das zutraf. Gewiss lassen sich manche Dinge aussitzen – die persönliche Entwicklung gehört wohl nicht dazu. Abwarten ist keine sinnvolle Alternative für notwendiges Handeln zur Persönlichkeitsentwicklung. Umso beeindruckender ist die heilsame Wirkung, wenn das Abwarten und Aussitzen beendet wird. Das durfte ich kürzlich erleben bei einem Menschen, der sich nach 30 Jahren dazu entschieden hat und den ich mit Hypnotherapie begleitet habe. Mir geht immer wieder das Herz auf, wenn so ein Prozess ins Rollen kommt und Eigendynamik entwickelt.

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